| Beschreibung der maßgeblichen Gründe |
Seit ihrer Inbetriebnahme 1983 stellt das Gleeble® 1500 System zur physikalischen Simulation metallischer Werkstoffe mit beliebiger Kombination von thermischer und mechanischer Belastung bei sehr hohen Umformgeschwindigkeiten ein Kernstück der experimentellen Ausrüstung des Institutes für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie der TU Wien dar. Diese Anlage wurde 2001 mit einer neuen Steuerungssoft- und –hardware ausgerüstet. Gleeble® 1500 Systeme wurden zwischen 1979 und 1995 hergestellt und über 130 Gleeble® 1500 Systeme wurden weltweit bei Forschungseinrichtungen erfolgreich installiert. Am Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie wird dieses System hauptsächlich zur Durchführung von Warmzugversuchen, d.h. der Ermittlung von Fließkurven, an verschiedensten Aluminium und Stahllegierungen mit einem besonderen Schwerpunkt auf Untersuchungen an partikelverstärktem Aluminium in den 90er Jahren und einer bis heute kontinuierlich fortgesetzten Forschungstätigkeit zur Thematik des Duktilitätsminimums beim Stranggussprozess erfolgreich eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen konnten dazu in den letzten vier Jahrzehnten fertiggestellt werden. 2008 wurde in Ergänzung zu dieser Anlage im unteren Lastbereich (maximale Zug- bzw. Druckkraft 20kN im Gegensatz zu 60kN bei der Gleeble® 1500) ein Umformdilatometer der Fa. BAEHR am Institut installiert. Die maßgeblichsten Unterschiede zwischen diesen beiden Systemen sind dabei die durch die Maximalkraft des hydraulischen Systems bedingte Probengröße, die Art der Erwärmung der Probe (Umformdilatometer induktiv, Gleeble® 1500 Widerstandserwärmung), sowie vor allem die Einrichtung zur Abkühlung der Probe (Umformdilatometer Abkühlmedium lediglich Gas, Gleeble® 1500 Abkühlmedium Gas, Flüssigkeit und Aerosole). Als direkte Konsequenz aus diesen recht unterschiedlichen Anlagenspezifikationen ergeben sich die maximal erreichbaren Umform-, Aufheiz- und Abkühlgeschwindigkeiten des jeweiligen Systems und damit dessen Verwendbarkeit für die Prozesssimulation. Da Gleeble® 1500 Systeme seit 1995 nicht mehr in Produktion sind und damit dringend benötigte Ersatz- sowie Verschleißteile nun nicht mehr verfügbar sind, stellt die Aufrechterhaltung des störungsfreien Betriebes dieser Anlage in den letzten Jahren eine immer größere Herausforderung für das technische Personal dar. Zudem haben sich die Prozessparameter der industriell eingesetzten Umformprozesse in den letzten vier Jahrzehnten deutlich zu höheren Umformkräften und vor allem höheren Umformgeschwindigkeiten hin verschoben. Um eine Kontinuität der wissenschaftlichen Arbeiten auf diesem Gebiet auch für die nächsten Dekaden gewährleisten zu können soll daher nun ein neues System der Type Gleeble® 3500 mit deutlich erweiterten Möglichkeiten der Prozesssimulation angekauft werden. Die Neuanschaffung wird auch durch die Umsiedlung des Labors in das derzeit im Aufbau befindliche Gebäude am Getreidemarkt begründet, da eine Übersiedlung der alten Gleeble® 1500 sowohl wirtschaftlich als auch technisch gesehen keinen Sinn macht. Nach eingehender Recherche (z.B. Internetrecherche, Austausch mit anderen FachkollegInnen) ist kein anderer Anbieter im globalen Wirtschaftsraum bekannt, der ein System mit derartigen Spezifikationen anbietet. Es ist daher für die Fortsetzung der Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet unabdingbar, dieses System von der Firma DSI Europe GmbH anzuschaffen, da oben spezifizierte Eigenschaften im Bezug auf die Höhe der möglichen Umformkräfte und der Umformgeschwindigkeit sowie die maximal mögliche Aufheiz- und Abkühlrate ausschließlich von diesem System, nicht von handelsüblichen Umformdilatometern und auch nicht durch eine Zusammenstellung von mehreren Geräten anderer Hersteller erbracht werden können. durchgeführt werden. Bei dem System handelt es sich um ein weltweit einzigartiges patentiertes System. |