| Beschreibung der maßgeblichen Gründe |
Die BioOptics Facility am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, beabsichtigt die Beschaffung eines High-Content-Spinning-Disk-Konfokal Mikroskops für hochdurchsatz-fähige, multi-parametrische Analysen komplexer biologischer Proben, das eine besonders flexible spektrale Auflösung mit bis zu sieben gleichzeitig einsetzbaren Fluoreszenzkanälen, minimale Phototoxizität bei Langzeit-Live-Imaging über Tage bis Wochen sowie quantitative Einzelzell-Analyse in automatisierten Screening-Formaten ermöglicht.<br />Die Facility stellt damit den Wissenschaftlern der unterschiedlichen Forschungsgruppen am IMBA ein System für eine Vielzahl von unterschiedlichen bestehenden und zukünftigen Experimenten zur Verfügung. Dazu gehören Forschungsarbeiten mit Brainbow-transgenen Axolotl-Geweben zur klonalen Verfolgung regenerierender Neuronen während der Gliedmaßenregeneration, Konnektivitäts- und Aktivitätsmessungen in neuronalen Organoiden mit mehrfarbigen Reportersystemen, High-Content-Screening von kardiovaskulärer Organoid-Verletzungsmodellen, multiplexe Einzelmolekül-FISH-Experimente zur Kartierung der 3D-Architektur nukleärer mRNPs, sowie die Langzeit-Aufnahme von Organoid-Kulturen, bei denen alle sichtbaren Fluoreszenzkanäle bereits für biologische Readouts belegt sind und ein zusätzlicher nahinfraroter Kanal für Vitalitätsmonitoring oder weitere Marker benötigt wird.<br />Für diese Anwendungen ist eine vollständige Laserkonfiguration mit dedizierten Linien bei 405 nm, 488 nm, 514 nm, 545 nm, 577 nm, 638nm und 748 nm zwingend erforderlich, da nur durch präzise spektrale Anregung an den jeweiligen Absorptionsmaxima der Fluorophore eine zuverlässige Trennung von bis zu sieben simultanen Markern erreicht werden kann. Die Bereitstellung eines zusätzlichen nahinfraroten Kanals (748 nm) für iRFP713/720 oder Alexa Fluor 750 bei gleichzeitiger Nutzung aller sichtbaren Kanäle für biologische Marker sowie die gleichzeitige Visualisierung von Alexa Fluor 555 (545 nm) und Alexa Fluor 750 (748 nm) in fünf- bis siebenfarbigen Immunfluoreszenz- und FISH-Panels sind mit konventionellen Laserkonfigurationen nicht realisierbar. Zusätzlich bietet die NIR-Anregung den Vorteil der tieferen Gewebepenetration in 3D-Organoiden (200–500 μm) und minimaler Phototoxizität bei Langzeit-Live-Imaging über Wochen.<br />Nach eingehender technischer Prüfung erfüllt der Molecular Devices ImageXpress HCS.ai die Anforderungen in der erforderlichen Gesamtkombination aus vollständiger 7-Laserlinien-Konfiguration (405, 488, 514, 545, 577, 638, 748 nm), proprietärer AgileOptix™-Spinning-Disk-Technologie für hochauflösende konfokale Bildgebung mit hoher Geschwindigkeit und geringer Phototoxizität, automatisiertem Multiwell-Handling für High-Content-Screening-Anwendungen sowie KI-gestützter Analysesoftware IN Carta® für quantitative Einzelzell-Segmentierung, multiparametrische Phänotypisierung und statistische Auswertung. Die dedizierten Laserlinien bei 514 nm, 545 nm, 577 nm und insbesondere 748 nm sind nach derzeitigem Kenntnisstand auf keinem anderen kommerziell verfügbaren High-Content-Konfokalmikroskop-System vorhanden. Der Molecular Devices ImageXpress HCS.ai ist daher aus technischen Gründen als das einzig geeignete System für die beschriebenen Forschungsanwendungen anzusehen.<br />Hierbei wird explizit darauf hingewiesen, dass der Auftraggeber nach Veröffentlichung der gegenständlichen Bekanntmachung und der hier angeführten Begründung den Auftrag noch nicht umgehend erteilen wird, sondern vielmehr den Ablauf der Stillhaltefrist von 10 Tagen abwarten wird. Auf Grund dieser Bekanntmachung und gemäß § 356 Abs 8 BVergG 2018 ist dann ein Anfechtungsantrag nach Ablauf einer Frist von 10 Tagen nach der erstmaligen Verfügbarkeit der Bekanntmachung ausgeschlossen. Sofern Fragen zur der hier dargestellten sachlichen Begründung bestehen, gibt darüber hinaus der Auftraggeber unter vergabe@terzaki.at Auskunft |