| Beschreibung der maßgeblichen Gründe |
Der (präsumtive) Zuschlagsempfänger Intuitive Surgical Sàrl ist Auftragnehmer eines bestehenden (und im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung zugeschlagenen) Auftrages über die Lieferung von 8 OP-Robotersystemen im Wiener Gesundheitsverbund.<br />Die OP-Kapazitäten der Region West sollen nun durch Ergänzung um ein weiteres System aufgestockt werden.<br />Die Zielsetzung ist die Spezialisierung der Chirurgie durch Einsatz von robotischen Systemen auf die in der Region West angesiedelten Kernkompetenzen:<br />Allgemein- bzw. Viszeralchirurgie mit Schwerpunkt chirurgischer Onkologie auf den Spezialgebieten HPB-Chirurgie, colorectale Chirurgie, Upper GI-Chirurgie sowie Adipositaschirurgie.<br />Gynäkologie mit Schwerpunkt gynäkologischer Onkologie, komplexe operative Endometriosetherapie und Urogynäkologie.<br />Urologie mit komplexer Tumorchirurgie im kleinen Becken und dem Retroperitoneum, insbesondere bei Prostatakrebs und muskelinvasiven Harnblasentumoren, Nieren- und Nebennierentumoren sowie rekonstruktiven Eingriffen an Nierenbecken, Blase und Harnleiter.<br />Ein Wechsel des Auftragnehmers würde dazu führen, dass der Auftraggeber Systeme mit unterschiedlichen technischen Merkmalen einsetzen müsste und dies eine technische Unvereinbarkeit bzw. unverhältnismäßige technische Schwierigkeiten bei Gebrauch und technischem Betrieb mit sich bringen würden. Technische Unvereinbarkeiten bzw. unverhältnismäßige technische Schwierigkeiten ergeben sich insbesondere aus den folgenden Umständen:<br />• Aufgrund der wechselseitigen Nutzung durch die Teams der beiden Kliniken der Region West müssten die AnwenderInnen komplexe Prozeduren auf zwei verschiedenen Systemen beherrschen und durchführen.<br />• Der Auftragnehmer hat diese Geräte bereits an 6 Standorten geliefert und betreibt ein zentrales Schulungszentrum.<br />• Das Schulungskonzept sieht vor, dass für die Einschulung und das Training die Bedienung über zwei Konsolen gleichzeitig erfolgen soll.<br />• Für das etablierte System sind Workflows und roboterspezifische SOPs implementiert, die aus Qualitätssicherungsgründen beibehalten werden sollen. ChirurgInnen von anderen Standorten des Betreibers sollen unabhängig vom Standort mit den Robotersystemen operieren können, um die Ressourcen innerhalb des Betreibers optimal zu nutzen.<br />• Es sind zusätzliche Risiken für PatientInnen gegeben, wenn bei robotergestützten Operationen unterschiedliche Systeme mit unterschiedlicher Bedienung und Funktionalität Zum Einsatz kommen würden, da hier Bedienfehler durch Verwechslungen in der funktionalen Anwendung nicht ausgeschlossen werden können.<br />• Die Routine in der Anwendung eines derartig komplexen Systems stellt einen wesentlichen Faktor für die Qualität des chirurgischen Ergebnisses dar. Darum ist die Vereinheitlichung der Systeme und den damit ausgearbeiteten Routinen ein bestimmender Faktor.<br />• Die Aufbereitung der Instrumente durch den externen Dienstleister, der für den WIGEV die Instrumente aufbereitet, erfolgt über validierte Verfahren für die Aufbereitung der Instrumente der bestehenden Systeme.<br />• Werden verschiedene Robotik Systeme genutzt, müssen auch Instrumente für verschiedene Systeme bereitgehalten und bewirtschaftet werden, was aus wirtschaftlicher Sicht zu Mehraufwänden führt. |